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Andrew Tate und wie Kontrolle Beziehungen schwächt 

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In dieser Folge von „Schau ma’ mal“ reagiert Sozialarbeiter Simon Březina auf einen Podcast-Clip mit Andrew Tate. Es geht um Aussagen zu „Respekt“, Macht und Kontrolle – und um die Frage: Was passiert mit solchen Ideen in einer echten Beziehung? Was machen sie mit Vertrauen, Sicherheit und Nähe?

Simon ordnet ein – und zeigt Alternativen auf: Wie man Grenzen klärt, ohne zu drohen. Wie man Verantwortung übernimmt, ohne andere klein zu machen. Und wie Beziehung so gestaltet werden kann, dass beide Spielraum haben.

Warum solche Clips so gut funktioniere

Kurze, zugespitzte Aussagen wirken eindeutig. Gerade wenn Menschen unter Stress stehen, sich einsam fühlen oder nach Orientierung suchen, geben klare Botschaften scheinbare Sicherheit.

Das Problem: Vereinfachungen lassen wenig Raum für Zwischentöne. Beziehung ist aber kein Machtspiel mit Gewinnern und Verlierern, sondern ein Aushandlungsprozess.

„Respekt“ kann vieles heißen

Wenn von Respekt gesprochen wird, lohnt sich ein genauer Blick:
Meint es Selbstachtung, Verlässlichkeit und Klarheit?
Oder meint es Gehorsam und Kontrolle?

Wer sich mehr Selbstbestimmung wünscht, kann das konstruktiv angehen:

  • Grenzen klar aussprechen
  • Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen
  • finanzielle und emotionale Stabilität aufbauen
  • gesünder mit Stress umgehen

Kontrolle über andere ist dafür nicht notwendig.

Macht im Haushalt: Aushandeln statt Anordnen

Ein konkreter Punkt in der Folge: Was bedeutet „Macht im eigenen Haushalt“?
Ist es ein gemeinsamer Plan – wer übernimmt was?
Oder ist es der Anspruch, andere zu steuern?

Organisation schafft Struktur. Hierarchie schafft Distanz.

Eine alltagstaugliche Alternative: Aufgaben sichtbar machen und einmal pro Woche kurz abstimmen:
Was steht an? Wer übernimmt was? Was war diese Woche zu viel?

Wenn Empathie fehlt, wird Beziehung kalt

Im Clip geht es auch um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Simon bringt hier einen entscheidenden Aspekt ein: In belastenden Lebensphasen geht es nicht um „Freiheit maximieren“, sondern um Unterstützung, Sicherheit und Mitverantwortung.

Hilfreiche Fragen können sein:

  • Was entlastet meine Partnerin heute konkret?
  • Was brauchen wir als Team?
  • Wer kann zusätzlich unterstützen?

Gerade in verletzlichen Phasen zeigt sich, wie tragfähig eine Beziehung wirklich ist.

Zusammenziehen heißt auch: Vertrauen

Wer in die Wohnung einer anderen Person zieht, macht sich abhängig – finanziell und existenziell. Das ist ein Vertrauensvorschuss. Wird diese Verletzlichkeit ausgenutzt, entsteht Unsicherheit. Und Unsicherheit ist kein guter Boden für Nähe.

Eine Alternative: Erwartungen früh klären, Rechte und Pflichten offen besprechen – und bei großen Schritten nicht nur auf Gefühl, sondern auch auf einen gemeinsamen Plan setzen.

Mental Load: Unsichtbare Arbeit sichtbar machen

Ein wiederkehrendes Thema in Beratungen: Organisation des Alltags und Beziehungsarbeit bleiben oft an einer Person hängen. Termine koordinieren, Konflikte ansprechen, Lösungen suchen, an alles denken.

Wenn eine Person dauerhaft alles „am Schirm“ hat und die andere nur reagiert, entsteht Frust – nicht wegen Drama, sondern wegen Dauerbelastung.

Verantwortung übernehmen heißt hier:
Nicht nur helfen, wenn man gefragt wird.
Sondern selbst sehen, planen, organisieren.

Biologie als Erklärung – oft zu simpel

Im Podcast wird mit biologischen Argumenten gearbeitet. Simon bleibt kritisch: Was wissenschaftlich klingt, ist nicht automatisch differenziert. Menschen handeln nicht nur biologisch, sondern auch sozial, kulturell und historisch geprägt.

Eine hilfreiche Prüffrage:
Macht mich dieser Gedanke fairer und klarer – oder härter und andere kleiner?

Elternschaft: Verantwortung ist nicht optional

Wenn Kinder im Spiel sind, stellt sich eine zentrale Frage: Wer trägt Verantwortung? Wer kümmert sich nachts? Wer organisiert?

Alternative Modelle existieren – Co-Parenting, Patchwork, getrennte Wohnungen. Entscheidend ist, dass Verantwortung verlässlich geregelt ist und Kinder nicht „mitlaufen“, sondern bewusst mitgedacht werden.

Was du aus der Folge mitnehmen kannst

  • Respekt kann Selbstachtung heißen – nicht Kontrolle.
  • „Alles kontrollieren“ klingt nach Sicherheit, schafft aber selten stabile Nähe.
  • Transparenz und Aushandeln sind tragfähiger als Machtspiele.
  • Verletzliche Phasen verlangen Fairness und Unterstützung.
  • Unsichtbare Arbeit im Alltag ist ein Beziehungsthema – keine Kleinigkeit.

White Ribbon: Beziehung kann sicherer werden

White Ribbon Österreich setzt sich für Gewaltprävention, Respekt und Gleichstellung ein. Beziehung muss kein Ort von Druck oder Kontrolle sein.

Wenn du merkst, dass Kontrolle, Rückzug oder Machtkämpfe in deinen Beziehungen häufiger auftauchen: Veränderung beginnt im Kleinen – mit Klarheit, Verantwortung und Gesprächsbereitschaft.

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