„Euphoria“ – Wie Väter Gewalt an Söhne weitergeben
Euphoria über Intergenerationelle Konflikte: Wenn Scham zu Gewalt wird
WeiterlesenThe Boys ist laut, überzeichnet und manchmal absurd. Gerade deshalb fällt eine Szene besonders auf: Ein Vater versucht, Nähe herzustellen – und macht daraus Druck. In der aktuellen Folge von „Schau ma’ mal“ reagiert Sozialarbeiter Simon Březina darauf und zeigt, warum diese Dynamik vielen aus dem echten Leben bekannt vorkommt.
Simon beschreibt eine Rolle, die viele Familien kennen: Väter übernehmen die „Spaß-Seite“ – aufregende Dinge, Regeln biegen, länger wach bleiben. Die Mutter bleibt dann häufiger bei Regeln, Struktur und Sicherheit. Das kann kurzfristig nett wirken, ist aber oft unfair: Regeln haben meist Gründe, und Erziehung funktioniert leichter als Team.
Optionen, die man testen kann:
• Regeln gemeinsam ausmachen (nicht erst vor dem Kind diskutieren)
• Regeln bewusst lockern – aber abwechselnd und abgesprochen
• Wenn Sicherheit betroffen ist: kurz checken, ob beide das so tragen wollen
In der Szene geht es nicht nur darum, dass ein Kind Angst hat. Es geht darum, wie das Kind gesehen wird: als eigener Mensch – oder als Projekt. Wenn das Kind Erwartungen erfüllen soll, wird ein Nein schnell als Störung gelesen und Druck wird zur Methode.
Simon macht einen Unterschied sichtbar: Eltern können Dinge in Kindern sehen, die Kinder sich noch nicht zutrauen. Der Weg dorthin muss aber nicht über Druck laufen. Wenn man Mut in kleinen Schritten aufbaut (und ein Nein nicht bestraft), entstehen eher positive Erfahrungen.
Ein Teil der Folge geht direkt in den Alltag: Jugendsport. Druck auf dem Feld kommt oft weniger von Trainer*innen, sondern von Eltern – besonders von Vätern. Der Sohn soll „der aggressivste, brutalste, schnellste“ sein. Wenn solche Erwartungen zur Norm werden, lernen viele Burschen: Anerkennung gibt’s über Härte.
Burschen und junge Männer verletzen sich häufiger, weil sie sich öfter in gefährliche Situationen begeben – schnell fahren, Mutproben, Grenzen überschreiten. Nicht immer aus „Dummheit“, sondern oft aus dem Gefühl: Ich muss zeigen, dass ich’s kann.
In der Szene eskaliert die Lage: Die Mutter wird bedroht, der Sohn reagiert aggressiv und bekommt positives Feedback. Wenn Aggression die einzige Form ist, in der Grenzen ernst genommen werden, wird Aggression zur Standardsprache.
Viele Söhne übernehmen Muster, selbst wenn die Vaterbeziehung schwierig ist. Über Generationen zu brechen ist Arbeit – besonders wenn Gewalt oder Trauma im Hintergrund sind. Und gleichzeitig ist Veränderung möglich, wenn man hinschaut und Unterstützung annimmt.
White Ribbon setzt sich für Gewaltprävention, Respekt und Gleichstellung ein. Wenn dich Themen wie Loyalität, Konflikte oder Gruppendruck beschäftigen: Du kannst mit einem nächsten machbaren Schritt anfangen – und dir Unterstützung holen, wenn’s hilfreich ist.
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